Ein Nachruf auf Stephen Hawking

Es war sein Herzenswunsch und er wurde ihm erfüllt: Stephen Hawking durfte im April 2007 an einem Parabelflug der NASA teilnehmen. Dabei wurde der gelähmte Astrophysiker mehrere Minuten in den Zustand der Schwerelosigkeit versetzt. Er war ein Genie. Ein Mann, der mit Albert Einstein und Isaac Newton verglichen wurde. Sein vielleicht populärstes Werk ist das Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" aus dem Jahr 1988. Darin stellte Hawkin Theorien zur Entstehung des Universums, zur Quantenmechanik und zu Schwarzen Löchern dar. Das Buch wurde weltweit ein Bestseller und verkaufte sich in Millionenauflage. "Vielleicht war der wichtigste meiner Beiträge zur Wissenschaft die Erkenntnis, dass schwarze Löcher nicht nur schwarz sind, sondern thermisch strahlen. Heute ist allgemein bekannt, dass schwarze Löcher Hawking-Strahlung abgeben", so der Engländer. Seit 1979 war er Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge, den einst Sir Isaac Newton und Paul Dirac innehatten. Trotz Schicksalsschläge humorvoll 1963 wurde bei Hawking Amyotrophe Lateralsklerose diagnostiziert, seit 1968 ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Durch einen lebensrettenden Luftröhrenschnitt in den 80er Jahren verlor er zudem die Fähigkeit zu sprechen und ist für verbale Kommunikation auf die Benutzung eines Sprachcomputers angewiesen, den er mit seinem rechten Wangenmuskel steuert. All dies hat den mehrfach ausgezeichneten Wissenschaftler allerdings nicht seinen Humor gekostet. Auf Konferenzen wie der im spanischen Oviedo im Jahr 2005 war Hawking bekannt für lockeres Auftreten. Die Zukunft der menschlichen Rasse Hawking war auch ein gern gesehener Gast in zahlreichen Fernsehshows, er spielte bei einer Folge von der Science Ficton-Serie Raumschiff Enterprise mit und lieh die Stimme seines Sprachcomputers Pop- und Rockbands wie zum Beispiel Pink Floyd. Auch in seinem letzten Lebensjahr hatte Hawking den Blick auf die Zukunft gerichtet: "Ich glaube, die menschliche Rasse hat keine Zukunft, wenn sie nicht den Weltraum erforscht. Ich glaube, dass es durch bestehende und zukünftige Raumfahrtsprogramme eines Tages gelingen wird, dass der Mensch auch außerhalb der Erde leben kann."